Schutz vor Stress und Burn Out


Ehrenamtliches Engagement macht stark
Schutz vor Stress und Burn Out

Engagement in einem Verein, ehrenamtliche Tätigkeit oder gemeinsam betriebene Hobbys fördern die Stressresistenz und schützen vor Burnout. Das zeigt eine Untersuchung der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK.

Aktivität stärkt Seele

Stabile soziale Bindungen fangen Menschen auf: Besonders bei Stress sind Familie, enge Freunde und gute Kollegen eine wichtige Stütze. Auch die aktive Mitgliedschaft in einem Verein, ein Ehrenamt in Organisationen und Initiativen, soziales Engagement oder gemeinsam gepflegte Hobbys festigen die seelische Gesundheit.

Offenbar beugen diese Aktivitäten auch ein Burn-out-Syndrom vor. Für ihre Untersuchung befragte die SBK ihre 50 in ganz Deutschland tätigen psychologischen Berater über ihre Erfahrungen, die sie in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren gemacht hatten. Alle befragten Experten gaben an, dass sie in Ihrer Praxis Burnout-Betroffenen schon zu privatem Engagement oder zu gemeinschaftlichen Hobbies geraten haben und dies auch weiterhin tun würden. 75 Prozent der Psychologen und Therapeuten waren überzeugt, dass prosoziales Verhalten ein wesentliches Element sein kann, um vor Burnout zu schützen und Stress abzubauen.

Verein(t) gegen den Stress

Und wie funktionieren Kirchenchor und Kegelclub als Stress-Bremse? In erster Linie wirken hier die Gemeinschaft, in der sich ein Betroffener aufgehoben und gebunden fühlt, und die erlebte Anerkennung. Durch Engagement fühlt sich der Einzelne wichtig. „Die Burnout-Falle schnappt auch deswegen zu, weil sich Menschen nur noch auf ihren Job versteifen, sich abkapseln und damit sozial isolieren. Wer in seiner Freizeit Hobbys nachgeht und sich in eine Gemeinschaft einbringt, der arbeitet aktiv gegen Stress und Burnout“, sagt Beate Landgraf, Psychologin aus Erlangen.

Doppelt wirksam ist natürlich, wenn die aktive Freizeitgestaltung auch noch den Körper fordert, zum Beispiel im Fußballverein oder der Laufgruppe. SBK-Expertin Beate Landgraf: „Wer kickt, läuft oder mit anderen den Garten umgräbt, kann sich auspowern, körperliche Spannungen abbauen und gemeinsam Spaß haben. Daraus ergibt sich ein Glückshormon-Cocktail der besonderen Art.“

Richtige Dosis Engagement

Doch Vorsicht: Fast alle befragten Psychologen sehen auch Risiken, wenn man sich z.B. durch zeitliche Überlastung, viele Ehrenämter, übersteigerten Ehrgeiz im Sport, oder fieberhaft gesuchte Ablenkung überfordert. „Alles in Prävention und Therapie braucht das richtige Maß, um sich nicht ins Gegenteil zu verkehren“, betont Beate Landgraf.

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